Die Amaryllis begeistert mit ihren prächtigen Blüten während der Wintermonate und verwandelt jeden Raum in ein farbenfrohes Paradies. Doch was geschieht nach der Blütezeit ? Viele Pflanzenliebhaber entsorgen ihre Amaryllis vorschnell, dabei kann die Zwiebelpflanze bei richtiger Pflege über Jahre hinweg immer wieder erblühen. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der sorgfältigen Vorbereitung der Zwiebel auf die kommende Ruhephase und den nächsten Winter. Mit gezielten Pflegemaßnahmen lässt sich die Lebensdauer der Amaryllis erheblich verlängern und die Blütenpracht Jahr für Jahr aufs Neue genießen.
Pflege der Amaryllis nach der Blüte
Entfernen verwelkter Blüten
Sobald die prächtigen Blüten der Amaryllis verblüht sind, was typischerweise zwischen Februar und März geschieht, sollten die verwelkten Blütenköpfe umgehend entfernt werden. Der Blütenstiel wird dabei direkt oberhalb der Zwiebel abgeschnitten. Diese Maßnahme verhindert, dass die Pflanze unnötig Energie in die Samenbildung investiert. Stattdessen kann sie ihre Kraft in die Entwicklung gesunder Blätter lenken, die für die Regeneration der Zwiebel unerlässlich sind.
Fortgesetzte Nährstoffversorgung
Nach dem Entfernen der Blüten benötigt die Amaryllis weiterhin intensive Pflege. Die Zwiebel sollte regelmäßig gegossen werden, wobei Staunässe unbedingt zu vermeiden ist. Alle zwei Wochen empfiehlt sich die Gabe von Flüssigdünger, um das Blattwachstum zu fördern. Die grünen Blätter betreiben Photosynthese und versorgen die Zwiebel mit wichtigen Nährstoffen, die sie für die nächste Blütezeit speichert. Diese Phase ist entscheidend für die Entwicklung einer kräftigen Zwiebel.
Mit einer soliden Nährstoffbasis ausgestattet, kann die Amaryllis nun auf die nächste Phase ihrer Entwicklung vorbereitet werden.
Vorbereitung der Zwiebeln für den Winter
Standortwechsel nach den Eisheiligen
Ab Mitte Mai, nach den letzten Frösten der Eisheiligen, darf die Amaryllis ins Freie umziehen. Ein halbschattiger Standort im Garten oder auf dem Balkon ist ideal. Alternativ kann der Topf auch in einem kühleren, weniger frequentierten Raum platziert werden. Die Frischluft und die natürlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht stärken die Pflanze und fördern ihre Vitalität.
Sommerliche Wachstumsphase
Während der warmen Monate von Mai bis August sammelt die Amaryllis neue Kraft. In dieser Zeit sollte die Bewässerung fortgesetzt und die Düngergabe beibehalten werden. Die Pflanze bildet kräftige Blätter aus, die als Energiespeicher für die kommende Blütezeit dienen. Je gesünder und kräftiger die Blätter, desto mehr Reserven kann die Zwiebel anlegen.
Einleitung der Ruhephase
Im Spätsommer, etwa ab Ende August, bereitet sich die Amaryllis natürlich auf ihre Ruhephase vor. Die Blätter beginnen zu vergilben und abzusterben. Dieser Prozess sollte nicht künstlich beschleunigt werden. Die Pflanze zieht in dieser Zeit die letzten Nährstoffe aus den Blättern in die Zwiebel zurück. Erst wenn die Blätter vollständig vertrocknet sind, können sie abgeschnitten werden.
Nach dieser Vorbereitungsphase tritt die Zwiebel in ihre wohlverdiente Ruhepause ein.
Pflege und Bewässerung während der Ruhephase
Optimale Lagerbedingungen
Die Ruhephase der Amaryllis dauert etwa 10 bis 12 Wochen und ist für die erneute Blütenbildung unverzichtbar. Die Zwiebel sollte an einem dunklen, kühlen Ort gelagert werden. Ideal sind Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius. Geeignete Orte sind beispielsweise ein unbeheizter Keller, eine Garage oder ein kühler Schuppen. Die Dunkelheit signalisiert der Pflanze, dass sie sich in einer Winterruhe befindet.
Bewässerung einstellen
Während der gesamten Ruhephase benötigt die Amaryllis keinerlei Wasser. Die Erde im Topf darf vollständig austrocknen. Dies entspricht den natürlichen Bedingungen in den Herkunftsregionen der Pflanze, wo während der Trockenzeit ebenfalls kein Niederschlag fällt. Eine Bewässerung in dieser Phase würde die Zwiebel zum vorzeitigen Austrieb anregen oder sogar zu Fäulnis führen.
Bevor die Zwiebel jedoch wieder zum Leben erweckt wird, sollten einige vorbereitende Maßnahmen getroffen werden.
Umpflanzen und Beschneiden der Zwiebeln
Zeitpunkt für das Umtopfen
Alle zwei bis drei Jahre empfiehlt sich ein Umtopfen der Amaryllis in frisches Substrat. Der ideale Zeitpunkt dafür ist nach der Ruhephase, bevor die Zwiebel wieder zu treiben beginnt. Ein nährstoffreicher, durchlässiger Boden ist optimal. Der neue Topf sollte nur geringfügig größer sein als die Zwiebel selbst, da Amaryllis in leicht beengten Verhältnissen besser blühen.
Kontrolle und Pflege der Zwiebel
Beim Umtopfen bietet sich die Gelegenheit, die Zwiebel genau zu inspizieren. Beschädigte, weiche oder faulige Stellen sollten mit einem scharfen, sauberen Messer entfernt werden. Die Schnittstellen können mit Holzkohlepulver behandelt werden, um Infektionen vorzubeugen. Eventuelle Tochterzwiebeln können abgetrennt und separat eingepflanzt werden, um neue Pflanzen zu kultivieren.
Richtige Pflanztiefe beachten
Die Amarylliszwiebel sollte nur etwa zur Hälfte in die Erde gesetzt werden. Das obere Drittel bis zur Hälfte der Zwiebel ragt über die Erdoberfläche hinaus. Dies verhindert Staunässe im Zwiebelbereich und ermöglicht eine bessere Luftzirkulation. Eine zu tiefe Pflanzung kann zu Fäulnis führen und die Blütenbildung beeinträchtigen.
Nach diesen Vorbereitungen ist die Zwiebel bereit für ihre Lagerung bis zum Beginn der neuen Wachstumsperiode.
Lagerung der Amaryllis für den Winter
Kontrolle während der Lagerung
Auch während der Ruhephase sollte die Zwiebel gelegentlich kontrolliert werden. Einmal monatlich empfiehlt sich eine kurze Inspektion, um sicherzustellen, dass keine Schädlinge oder Krankheiten auftreten. Die Zwiebel sollte fest bleiben und keine weichen Stellen entwickeln. Bei Anzeichen von Problemen müssen sofortige Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Dauer der Ruhephase einhalten
Die Einhaltung der vollständigen Ruhephase von 10 bis 12 Wochen ist entscheidend für eine erfolgreiche Blütenbildung. Eine zu kurze Ruhephase führt häufig dazu, dass die Amaryllis im folgenden Winter nicht oder nur schwach blüht. Die Zwiebel benötigt diese Zeit, um ihre Energiereserven zu konsolidieren und die Blütenanlagen zu entwickeln.
Nach Ablauf der Ruhephase beginnt die spannende Phase der Wiederbelebung.
Vorbereitung auf die neue Blüte im Frühling
Wiederaufnahme der Pflege
Nach der Ruhephase, etwa ab Oktober oder November, wird die Zwiebel an einen hellen, warmen Standort gebracht. Die Temperatur sollte zwischen 18 und 22 Grad Celsius liegen. Zunächst wird nur sparsam gegossen, erst wenn sich der neue Blütentrieb zeigt, kann die Wassergabe allmählich gesteigert werden. Die Erde sollte leicht feucht, aber niemals nass sein.
Förderung der Blütenbildung
Mit dem Erscheinen des Blütenstiels beginnt die spannendste Phase. Der Topf sollte regelmäßig gedreht werden, damit der Stiel gerade wächst. Sobald der Blütenstiel etwa 10 Zentimeter hoch ist, kann mit der Düngergabe begonnen werden. Die Blüten entwickeln sich in den folgenden Wochen und öffnen sich nach etwa sechs bis acht Wochen nach Beginn des Austriebs.
Optimale Blütenbedingungen
Ein hellerer Standort ohne direkte Mittagssonne verlängert die Blütezeit. Kühlere Temperaturen zwischen 16 und 18 Grad Celsius während der Blüte sorgen dafür, dass die Blüten länger halten. Die Amaryllis sollte während der Blütezeit nicht mehr umgestellt werden, da dies zum vorzeitigen Verblühen führen kann.
Die Amaryllis erweist sich bei richtiger Pflege als dankbare und langlebige Zimmerpflanze. Der Zyklus aus Blüte, Wachstum, Ruhephase und erneuter Blüte kann über viele Jahre hinweg wiederholt werden. Die Investition von Zeit und Aufmerksamkeit in die verschiedenen Pflegephasen wird mit spektakulären Blüten belohnt, die Jahr für Jahr die dunkle Winterzeit erhellen. Mit den beschriebenen Maßnahmen steht einer erfolgreichen Kultivierung nichts im Wege.



